Eysenck‑Fragebogen zu sexuellen Einstellungen, EIAS(Eysenck Inventory of Attitudes to Sex)

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Eysenck‑Fragebogen zu sexuellen Einstellungen, EIAS (Eysenck Inventory of Attitudes to Sex) – ein Persönlichkeitsinstrument, veröffentlicht von H. Eysenck im Jahr 1989. Die Methodik basiert auf der Persönlichkeitskonzeption von H. Eysenck. Neben der Erfassung sexueller Einstellungen dient sie der Einschätzung der Zufriedenheit in partnerschaftlichen Beziehungen, der Identifikation von Abweichungen im sexuellen Verhalten sowie der Analyse von Ausprägungen im Bereich Femininität–Maskulinität.

Erfasst werden 14 übergeordnete Skalen:

  1. Permissivität (Permissiveness).

    Die Skala «Permissivität» erfasst die Tendenz zu Offenheit und Bereitschaft zu experimentellen Formen sexueller Interaktion. Sie bewertet, in welchem Ausmaß eine Person vielfältige sexuelle Praktiken akzeptiert, neue Aspekte der Sexualität erkundet und Offenheit gegenüber ungewöhnlichen oder nicht traditionellen Ausdrucksformen sexuellen Verhaltens zeigt.

  2. Satisfaktion (Satisfaction).

    Diese Skala erfasst das Ausmaß aktueller sexueller Zufriedenheit bzw. das subjektive Erleben von Erfüllung im eigenen Sexualleben.

  3. Sexuelle Neurotizität (Neurotic sex).

    Die Skala «Sexuelle Neurotizität» untersucht die Tendenz zu Angst, Anspannung oder negativen Emotionen im Zusammenhang mit Sexualität und sexuellen Interaktionen. Sie bewertet, in welchem Maß Stress, Unsicherheit oder Unbehagen in sexuellen Situationen erlebt werden.

  4. Unpersönlicher Sex (Ampersonal sex).

    Diese Skala beschreibt die Neigung zu unpersönlichem Sex, also die Tendenz, eine sexuelle Begegnung primär als Quelle körperlicher Befriedigung zu betrachten, ohne die individuelle Persönlichkeit oder charakterlichen Besonderheiten der beteiligten Person einzubeziehen und ohne das Bedürfnis nach einer bedeutsamen persönlichen Verbindung.

  5. Pornografie (Pornography).

    Die Skala «Pornografie» dient der Erfassung individueller Einstellungen zu pornografischen Materialien und deren Bedeutung für sexuelles Verhalten und sexuelle Vorstellungen. Sie ermöglicht eine Einschätzung des Interesses an solchen Inhalten, der Häufigkeit der Nutzung sowie der persönlichen Haltung zu ethischen und normativen Aspekten. Ziel ist die Analyse individueller Präferenzen und Einstellungen, um das mögliche Einflussfeld dieses Phänomens auf das sexuelle Verhalten und die sexuellen Beziehungen zu verstehen.

  6. Sexuelle Schüchternheit (Sexual shyness).

    Die Skala «Sexuelle Schüchternheit» erfasst die individuelle Neigung zu Zurückhaltung und Unsicherheit in sexuellen Kontexten. Sie bewertet das Ausmaß an Unbehagen oder Schwierigkeiten beim Sprechen über Sexualität, beim Initiieren sexueller Kontakte oder beim Ausdruck eigener sexueller Wünsche. Ziel ist die Bestimmung des Niveaus an Schüchternheit und sozialer Anspannung im Kontext sexueller Interaktionen.

  7. Prüderie (Prudishness).

    Die Skala «Prüderie» erfasst moralische Überzeugungen und Einstellungen zu Sexualität und sexuellen Beziehungen. Sie dient der Bestimmung der individuellen Neigung zu sexueller Aktivität sowie der Orientierung an traditionellen sexuellen Normen und Wertvorstellungen. Bewertet wird, in welchem Ausmaß konventionelle moralische Positionen in sexuellen Fragen vertreten werden, etwa Treue, Enthaltsamkeit vor einer festen Bindung oder Monogamie, sowie die Haltung zu sexueller Aktivität und zu öffentlichen Ausdrucksformen von Sexualität. Dadurch werden individuelle Einstellungen und Werte im Bereich Sexualität und deren Bedeutung für sexuelles Verhalten und zwischenmenschliche Beziehungen sichtbar.

  8. Sexuelle Abneigung (Sexual disgust).

    Die Skala «Sexuelle Abneigung» untersucht individuelle Reaktionen auf sexuelle Themen und Handlungen. Sie bewertet das Ausmaß an Unbehagen oder Ablehnung gegenüber verschiedenen Aspekten der Sexualität. Ziel ist die Erfassung des Niveaus sexueller Abneigung und dessen Einfluss auf Einstellungen und Verhalten. Die Analyse der Antworten zeigt, in welchen Situationen und in welchem Ausmaß negative Emotionen oder Unbehagen auftreten und wie diese Reaktionen das sexuelle Verhalten und die Gestaltung sexueller Beziehungen beeinflussen können.

  9. Sexuelle Erregbarkeit (Sexual excitement).

    Die Skala «Sexuelle Erregbarkeit» erfasst die individuelle Neigung zu sexueller Aktivität und die Reaktionsbereitschaft auf sexuelle Reize. Bewertet wird, in welchem Maß sexuelle Situationen oder Stimuli Erregung oder innere Aktivierung auslösen. Die Skala ermöglicht Einblicke in die Bedeutung sexueller Aspekte für Verhalten und emotionales Erleben sowie in die Reaktionen auf sexuelle Angebote oder Gelegenheiten. Dadurch werden individuelle Unterschiede in der sexuellen Erregbarkeit und das allgemeine Interesse an sexuellen Themen sichtbar.

  10. Physischer Sex (Physical sex).

    Die Skala «Physischer Sex» untersucht Präferenzen und Einstellungen zum körperbezogenen Aspekt sexueller Aktivität. Sie bewertet die Bedeutung körperlicher Nähe in sexuellen Interaktionen, einschließlich Berührungen, Küssen, Umarmungen und anderer Formen körperlicher Intimität. Dadurch lässt sich einschätzen, welchen Stellenwert körperliche Aspekte im Vergleich zu emotionalen oder psychologischen Komponenten einnehmen und wie individuelle Vorstellungen von sexueller Nähe und Intimität ausgeprägt sind.

  11. Aggressiver Sex (Agressive sex).
  12. Die Skala «Aggressiver Sex» untersucht die Neigung zu aggressiven oder dominanzorientierten Ausdrucksformen in sexuellen Interaktionen. Sie dient der Erfassung von Tendenzen, Sexualität als Mittel zur Kontrolle, zur Einflussnahme oder zur Etablierung von Machtstrukturen innerhalb einer Beziehung zu nutzen. Ein hoher Wert kann auf ein verstärktes Bedürfnis nach Kontrolle oder auf ausgeprägte Dominanzbestrebungen in sexuellen Situationen hinweisen. Die Skala ermöglicht eine Analyse individueller Einstellungen und Präferenzen im Bereich sexueller Aggression, um psychologische Aspekte sexuellen Verhaltens besser zu verstehen.

  13. Sexuelles Libido (Sexual libido).
  14. Die Skala «Sexuelles Libido» erfasst Intensität und Ausrichtung des sexuellen Verlangens. Sie bewertet, wie stark und wie häufig sexuelles Begehren erlebt wird sowie welche sexuellen Fantasien oder Wünsche eine Rolle spielen können. Ein hoher Wert weist auf ein ausgeprägtes Interesse an Sexualität und eine erhöhte gedankliche Beschäftigung mit sexuellen Themen hin, während ein niedriger Wert auf ein weniger stark ausgeprägtes sexuelles Verlangen schließen lässt. Dies bedeutet nicht, dass sexuelle Aktivität keine positive Erfahrung darstellen kann, sondern dass das Bedürfnis nach Initiierung oder gedanklicher Auseinandersetzung mit Sexualität geringer ausgeprägt ist.

  15. Sexuelle Zufriedenheit (Sexual satisfaction).
  16. Die Skala «Sexuelle Zufriedenheit» erfasst das subjektive Erleben von Zufriedenheit in Bezug auf sexuelle Beziehungen und Aktivitäten. Bewertet werden verschiedene Aspekte des sexuellen Lebens, darunter Häufigkeit sexueller Kontakte, Qualität der Intimität, Erleben sexueller Reaktionen, kommunikative Verständigung sowie das allgemeine Empfinden von Erfüllung im sexuellen Bereich. Ziel ist die Analyse des individuellen Zufriedenheitsniveaus und möglicher Bereiche, in denen Veränderungen oder Anpassungen als hilfreich erlebt werden könnten.

  17. Maskulinität – Femininität (Masculinity – femininity).
  18. Die Skala «Maskulinität – Femininität» untersucht individuelle Ausprägungen im Bereich geschlechtsbezogener Rollenmerkmale. Sie dient der Erfassung von Eigenschaften, die traditionell als maskulin oder feminin beschrieben werden, ohne dabei normative Annahmen über Rollenverhalten zu treffen. Die Skala ermöglicht eine Analyse persönlicher Präferenzen, Verhaltensstile und Ausdrucksformen, die im Kontext geschlechtsbezogener Merkmale relevant sein können.


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